Eine stärkere zweite Schätzung
Eurostat berichtete am 7. September 2026, dass das saisonbereinigte BIP im zweiten Quartal in der Eurozone um 0,6 % und in der EU um 0,7 % stieg. Gegenüber dem Vorjahr betrug das Wachstum 1,2 % beziehungsweise 1,4 %.
Warum die Revision wichtig ist
Die frühere Schnellschätzung hatte das Quartalswachstum auf 0,4 % für die Eurozone und 0,5 % für die EU beziffert. Die neue Schätzung nutzt vollständigere nationale Daten, kann laut Eurostat aber bei Datenbankaktualisierungen weiter revidiert werden.
Was die Gesamtzahl antrieb
Nettoexporte trugen 0,9 Prozentpunkte zum Quartalswachstum der Eurozone bei, der Haushaltskonsum 0,2 Punkte. Vorratsveränderungen zogen 0,5 Punkte ab, während Bruttoanlageinvestitionen einen vernachlässigbaren Beitrag leisteten.
Die Länder bewegten sich nicht gemeinsam
Irland verzeichnete einen Quartalsanstieg von 10,2 %, gefolgt von Slowenien mit 1,8 % und Litauen mit 1,7 %. Österreich war mit minus 0,1 % der einzige Mitgliedstaat mit einem Rückgang. Große Bewegungen in kleineren oder multinational geprägten Volkswirtschaften sind vorsichtig zu interpretieren.
Die Beschäftigung war stabiler
Die Beschäftigung stieg in Eurozone und EU gegenüber dem Vorquartal um 0,1 %. Eurostat schätzt nach dem Inlandskonzept der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen 176,4 Millionen Beschäftigte in der Eurozone und 221,4 Millionen in der EU.
Wie die Meldung zu lesen ist
Das BIP ist ein breites Produktionsmaß, kein direkter Maßstab für den Wohlstand der Haushalte. Revisionen, Bevölkerung, Inflation und Verteilung beeinflussen das Wachstumserleben. Die Meldung ist nützliche Evidenz, keine Marktprognose oder persönliche Anlageempfehlung.
Primärquelle
Eurostats Meldung zu BIP und Beschäftigung im Q2. Abgerufen am 12. September 2026.